2025
14.12.2025
| Präambel Die Grünen in Augsburg haben viele richtige und wichtige Forderungen in ihrem Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2026 aufgenommen. Teilweise wird dieses allerdings unserer ambitionierten Vorstellung von einem zukunftsfähigen Augsburg nicht gerecht. Deshalb ist es unsere Aufgabe hier weiterzudenken und die Themen auf den Tisch zu bringen, die anderen vielleicht noch zu groß, zu teuer oder zu unbequem erscheinen. Somit wollen und müssen wir als GRÜNE JUGEND Augsburg uns in der Kommunalpolitik und auch im Stadtrat im Einklang mit unseren Werten sowohl für die Vision der GRÜNEN als auch besonders für unsere im Folgenden gezeichnete Vision der Zukunft Augsburgs einsetzen. 1. Klimaneutralität bis 2035 Wir bekennen uns ohne wenn und aber dazu, Augsburg bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu machen. Dafür müssen wir: – Die Instrumente des Wahlprogramms weiter fassen, da wo sie zu kurz kommen – Uns im Falle einer Regierungsbeteiligung mit Nachdruck in – Koalitionsverhandlungen für effektiven Klimaschutz einsetzen – Eng im Austausch mit Klimaschutzinitiativen, Aktivisti und Wissenschaftler*innenagieren – Transparenz nach außen zeigen, wenn eine Maßnahme oder ein Vorhaben im Klimaschutzbereich scheitert 2. Zoo-Transformation: Vom Unterhaltungsbetrieb zum Naturbildungszentrum Der Zoo Augsburg soll schrittweise in ein modernes, tierfreies Naturbildungszentrum umgewandelt werden. Die Ausstellung von Tieren zur Unterhaltung ist kein zeitgemäßes Freizeitangebot mehr. Konkret bedeutet das: – Bildungsangebote verstärkt in städtische Einrichtungen wie das Umweltbildungszentrum verlagern – Artenschutz klar vom Freizeitbetrieb trennen und auf den Schutz von Lebensräumen vor Ort ausrichten statt auf Import von Tieren – Bis zur Transformation: volle Transparenz über gehaltene, bedrohte und ausgewilderte Arten 3. Schultoiletten: Würde ist nicht verhandelbar Schüler*innen, die den ganzen Tag nicht auf die Toilette gehen, weil der Zustand unzumutbar ist – das ist Realität in Augsburg. Diese Situation beenden wir. Wir wollen erreichen, dass bis Ende der kommenden Legislaturperiode sämtliche sanierungsbedürftigen Schultoiletten erneuert werden – mit einem verbindlichen Fahrplan nach dem Prinzip „worst first“. 4. Kostenloser ÖPNV für junge Menschen – und eine echte City-Zone Mobilität darf keine Frage des Geldbeutels sein. Wir wollen, dass Schüler*innen, Auszubildende und Studierende den ÖPNV in Augsburg kostenlos nutzen können. Außerdem streben wir an, die kostenlose City-Zone auf das gesamte Gebiet der Zone 10 auszuweiten – damit der Umstieg auf Bus und Tram für alle einfacher wird. 5. Ringverbindung: Augsburg braucht Querverbindungen Wer heute quer durch Augsburg will, fährt erstmal in die Innenstadt und wieder raus. Das ist ineffizient und kostet Zeit. Unsere Ziele sind: – Kurzfristig eine ringförmige Buslinie, die die Tramlinien auf Höhe der Zone 20 direkt verbindet, zu etablieren. – Langfristig ein Konzept für eine echte Ringbahn, basierend auf einer Evaluation der Fahrgastströme, zu erarbeiten. 6. Psychische Gesundheit für Kinder, Jugendliche und Familien – schnell und unkompliziert Psychische Erkrankungen sind längst kein Randthema mehr – sie betreffen jede Generation, jede Schicht, jede Familie. Besonders alarmierend: Die psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Gleichzeitig warten Betroffene oft monatelang auf einen Therapieplatz, während sich ihre Situation verschlechtert. Das ist nicht hinnehmbar. Eine Stadt, die es ernst meint mit der Gesundheit ihrer Bürger*innen, muss hier handeln – nicht irgendwann, sondern jetzt. Deshalb setzen wir uns ein für: Eine städtische Anlauf- und Beratungsstelle für Jugendliche (16–28 Jahre) – in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Schwaben, mit professioneller psychologischer Beratung durch ein multiprofessionelles Team, unabhängig, vertraulich und niedrigschwellig. Eine zentrale Anlaufstelle für die Therapieplatzsuche – die Betroffene aktiv unterstützt: beim Vereinbaren von Erstgesprächen, beim Herstellen von Kontakten zu Therapeut*innen, beim Navigieren durch ein überfordertes System. Im besten Fall übernimmt sie sogar Anrufe bei der Terminvermittlung. Konsequenten Einsatz für mehr Therapieplätze – durch politischen Druck auf die Landesregierung zur Schaffung weiterer Kassensitze für Psychotherapeut*innen in Bayern und durch eigene städtische Anreize. Ausbau der psychologischen Beratungsstellen und mehr Unterstützung für Eltern mit Beeinträchtigungen. 7. Starke Kitas brauchen starke Fachkräfte Die Kitas stehen unter hohen Druck und einzelne Verbesserungen reichen nicht aus, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Unsere Kandidierenden setzen sich deshalb für eine Personalpolitik ein, die pädagogische Arbeit ernst nimmt, gute Arbeitsbedingungen schafft und Inklusion konsequent mitdenkt. Wir setzen uns deshalb ein für: – faire Bezahlung, die den Anforderungen des Berufs entspricht – realistische Personalschlüssel zum Schutz von Kindern und Fachkräften – keine private Vorfinanzierung von Materialien – eine Ausbildungsvergütung, die den Lebensunterhalt deckt, sowie Lernbedingungen, die moderne Pädagogik ermöglichen 8. Ein zukunftsfähiges Pädagogisches Institut für Augsburg Die aktuelle pädagogische Arbeit steht vor neuen Herausforderungen. Themen wie Inklusion, Digitalisierung, Sprachförderung und Nachhaltigkeit gehören längst zum Alltag. Augsburg braucht deshalb ein Pädagogisches Institut, das Qualität sichert und weiterentwickelt. Wir setzen uns deshalb ein für ein Institut, das: – Inklusion, Traumapädagogik, Heilpädagogik, Demokratiebildung und Diversität als Grundpfeiler versteht – gezielte Module für die stationäre Jugendhilfe entwickelt – neue wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die Praxis überträgt Wir wollen ein Institut, das nicht nur verwaltet, sondern Impulse setzt für gerechte Bildung, echte Teilhabe und für eine Stadt, die Verantwortung für junge Menschen übernimmt. 9. Stationäre Jugendhilfe stärken und sichtbar machen Die stationäre Jugendhilfe ist ein zentraler, aber stark vernachlässigter Bereich der Jugendpolitik. Fachkräftemangel, Unterfinanzierung und fehlende Anerkennung gefährden die Qualität der Betreuung. Deshalb gilt es für uns Folgendes umzusetzen: – bessere personelle Ausstattung und faire Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen – eine praxisnahe Ausbildung mit Fokus auf Trauma, psychische Belastungen und Behinderungen – Zuschüsse für notwendige Ausgaben wie Brillen, Kleidung, Fahrkarten, Hobbys oder medizinische Leistungen Stationäre Jugendhilfe ist kein Randthema, sondern Teil der öffentlichen Verantwortung für Kinder und Jugendliche! 10. Eltern stärken durch einen freiwilligen, praxisorientierten Elternführerschein Viele Eltern wünschen sich Sicherheit im Alltag und konkrete Methoden und Ideen, um den Familienalltag souverän zu meistern. Unser Ziel ist es ihnen freiwillig praktische und moderne Lernangebote anzubieten. Wir setzen uns für einen modular aufgebauten Elternführerschein ein, der: – freiwillig und kostenfrei ist – keine Beratung oder Bewertung enthält – wissenschaftlich fundiert und praxisnah ist – für alle Familien offen ist, unabhängig von Herkunft, Sprache oder sozialem Hintergrund Der Elternführerschein soll sich an den realen Entwicklungsstufen von Kindern und Jugendlichen orientieren, damit Eltern genau das lernen können, was sie in dieser Phase brauchen. Dieser Führerschein soll ein Ort sein, an dem Familien Wissen erwerben und Sicherheit gewinnen, ohne gesellschaftlichen Druck oder Vorurteile. Er soll Kinder schützen, Eltern entlasten und Familien in ihrer Vielfalt stärken. 11. Reproduktive Gesundheit: für eine queerfeministische, inklusive Gesundheitsversorgung in Augsburg Gesundheit ist ein Menschenrecht. Trotzdem werden in Forschung, Praxis und Versorgung noch immer überwiegend cis-männliche Körper als medizinische Norm betrachtet. Erkrankungen, die spezifisch Frauen, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen betreffen, werden zu wenig erforscht und behandelt – mit drastischen Folgen für Betroffene. Auch Wissen über Menstruation, Verhütung oder sexuell übertragbare Infektionen wird nicht niedrigschwellig vermittelt. Das betrifft derzeit auch Augsburg. Denn in einer Stadt wie Augsburg – der drittgrößten Stadt Bayerns – ist es ein Skandal, dass Schwangerschaftsabbrüche nur begrenz oder gar nicht angeboten werden können. Stand November 2024 gab es in Augsburg keine Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Schwangere, die sich für einen Abbruch entscheiden, werden durch lange Fahrtwege, etwa nach München oder Ulm, unnötig zusätzlich belastet. Schwangerschaftsabbrüche sind Teil der Gesundheitsversorgung und müssen wohnortnah, sicher und unkompliziert zugänglich sein – ohne moralische Verurteilung und unnötige Hürden. Deshalb möchten wir genau das im Stadtrat verändern und eine queerfeministische Gesundheitsversorgung voranbringen. Wir setzen uns ein für eine Stadt Augsburg,alb die gegen eine Stigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen vorgeht. Dazu zählt: – eine städtische Informationsseite mit verständlichen und mehrsprachigen Inhalten zum Ablaufeines Abbruchs, zu Beratungsstellen, rechtlichen Rahmenbedingungen und medizinischen Angeboten – eine Öffentlichkeitsarbeit der Stadt, die deutlich macht, dass Schwangerschaftsabbrüche ein Teil der Gesundheitsversorgung sind und als solche keine Tabuisierung und Stigmatisierung mit sich bringen dürfen – eine Stadt, die sich proaktiv für den Ausbau der medizinischen Versorgung einsetzt. Ärzt*innen, die Abbrüche durchführen oder entsprechende Fortbildungen planen, sollen gezielte Unterstützung erhalten, etwa durch Beratungen zu Fördermöglichkeiten oder durch Hilfe beim Aufbau eigener Praxen. – eine Stadt, die all ihre Einflussmöglichkeiten nutzt, um das Universitätsklinikum Augsburg in die Pflicht zu nehmen, Schwangerschaftsabbrüche als festen Bestandteil der medizinischen Aus- und Weiterbildung zu verankern My body, my choice muss auch in unserer Stadt uneingeschränkt und leicht zugänglich für alle gelten und genau dafür kämpfen wir! 12. Grüne Maxstraße Die Maximilianstraße soll zu einer „Grünen Maxstraße“ weiterentwickelt werden. Ziel ist es, einen bislang auto-orientierten und stark versiegelten Raum in einen klimaresilienten, jugendgerechten und lebendigen Stadtraum zu verwandeln. Mehr Bäume, Entsiegelung, Schatten, Sitzgelegenheiten, attraktive Außengastronomie sowie sichere und großzügige Flächen für Fuß- und Radverkehr erhöhen die Aufenthaltsqualität und machen die Maxstraße zu einem Ort für alle. Dafür braucht es zusätzlich: – mehr Grün und Entsiegelung in der gesamten Augsburger Innenstadt – die Maxstraße als Pilotprojekt und Vorbild für weitere Straßen und Plätze – vernetzte Grünachsen für bessere Durchlüftung und Abkühlung der Stadt – mehr schattige Aufenthaltsorte gegen Hitze und für alle Generationen – eine Innenstadt als Ort zum Leben, Begegnen und Verweilen |
06.07.2025
| A1: Mobilität für alle: barrierearm, verlässlich und zukunftsorientiert Augsburg braucht eine mutige Verkehrswende – für soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und mehr Lebensqualität. Die GRÜNE JUGEND Augsburg fordert, dass der Stadtverband Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die folgenden Punkte zum Thema Mobilität in sein Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2026 aufnimmt. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg wird beauftragt diese Forderungen im Namen der GRÜNEN JUGEND Augsburg – in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern – im Prozess der Erarbeitung des Wahlprogramms zur Kommunalwahl 2026 des Stadtverbands Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und gegebenenfalls durch Änderungsanträge zu diesem Wahlprogramm einzubringen, sodass die hier formulierten inhaltlichen Ziele Einzug in das Wahlprogramm finden. Es ist dem Vorstand dabei insbesondere erlaubt, bereits im Wahlprogramm enthaltene Forderungen nicht nochmal zu stellen und Formulierungen an den bestehenden Text anzupassen. Dabei darf aber in keinem Fall der inhaltliche Sinn dieses Textes verändert werden. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg hat über das Vorgehen bei der Einbringung und über die Ergebnisse bei der nächsten Mitgliederversammlung Rechenschaft abzulegen. ÖPNV barrierearm und verlässlich gestalten Ein leistungsfähiger, bezahlbarer und klimafreundlicher öffentlicher Nahverkehr ist das Rückgrat einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung. In Augsburg sehen wir jedoch noch erheblichen Verbesserungsbedarf, um den ÖPNV zu einer echten Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu machen. Wir setzen uns für einen ÖPNV ein, der allen Menschen – unabhängig von Alter, Einkommen oder Wohnort – Mobilität ermöglicht. Kostenfreiheit im ÖPNV ausweiten, insbesondere für junge Menschen Mobilität ist ein Grundrecht und darf keine Frage des Geldbeutels sein. Wir fordern daher ein kostenloses ÖPNV-Ticket für alle Menschen unter 18 Jahren sowie für alle Personen, die in Augsburg eine Ausbildung absolvieren – egal ob Auszubildende, Studierende oder Schüler*innen von weiterführenden Schulen. Umweltfreundliche Mobilität muss für junge Menschen barrierefrei zugänglich sein. Darüber hinaus wollen wir, dass die bestehende City-Zone deutlich erweitert und auf die gesamte Tarifzone 10 ausgedehnt wird. So ermöglichen wir mehr Menschen die kostenfreie Nutzung des ÖPNV im Stadtgebiet und binden wichtige Haltestellen wie den Bahnhof Haunstetterstraße oder das Curt-Frenzel-Stadion an. Zusätzlich setzen wir uns dafür ein, dass alle Verbindungen zwischen dem Königsplatz und den Park & Ride-Anlagen per Straßenbahn kostenlos nutzbar sind. Dies schafft einen starken Anreiz, das Auto am Stadtrand stehen zu lassen und umweltfreundlich ins Zentrum zu gelangen. Dichtere Takte und bessere Arbeitsbedingungen für mehr Mobilität Ein attraktiver ÖPNV braucht kurze Wartezeiten und verlässliche Taktung. Wir fordern daher einen Mindest-Takt von 15 Minuten für alle Verbindungen im Augsburger Stadtgebiet. Zu Kernzeiten sollen die Straßenbahnen mindestens im 6- Minuten-Takt verkehren. Zudem müssen Nachtbusse täglich und durchgehend fahren, damit Menschen auch nach Feierabend, Konzerten oder Clubbesuchen sicher nach Hause kommen. Attraktive Arbeitsbedingungen sind der Schlüssel zu einem zuverlässigen und gut getakteten Nahverkehr. Um einen besser getakteten ÖPNV zu erreichen, muss der dort aktuell bestehende Personalmangel behoben werden. Wir setzen uns für bessere Arbeitsbedingungen für das ÖPNV-Personal ein und fordern die SWA auf, innovative Arbeitsmodelle zu schaffen. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit für Studierende, als Straßenbahnfahrer*innen zu arbeiten – etwa in Teilzeit oder während der Semesterferien. Ringverbindung und Quervernetzung für ein zukunftsfähiges Netz Das sternförmige Tramnetz in Augsburg entspricht nicht mehr den Mobilitätsbedürfnissen einer modernen Stadt. Wer heute von einem Stadtteil in einen anderen möchte, muss oft umständlich über den Königsplatz fahren. Wir fordern daher die Einrichtung einer Ringverbindung, die die bestehenden Tramlinien effizient miteinander verknüpft und direkte Verbindungen zwischen den äußeren Stadtteilen ermöglicht. Als Sofortmaßnahme setzen wir uns für eine ringförmige Schnellbuslinie ein, die direkt laterale Verbindungen zwischen den Tramlinien auf Höhe der Tarifzone 20 herstellt. Langfristig wollen wir, dass, nach Evaluierung bestehender Fahrgastströme, ein Konzept für eine echte „Ringbahn“ entwickelt wird, die das bestehende Netz sinnvoll ergänzt und die Mobilitätswende in Augsburg vorantreibt. Nur mit einem gut vernetzten, engmaschigen ÖPNV-Angebot können Menschen langfristig vom Auto auf umweltfreundliche Alternativen umsteigen. Individualverkehr neu denken Die Stadt Augsburg muss ihrem Anspruch, Fahrradstadt zu sein, gerecht werden. Eine zukunftsfähige Stadt braucht ein durchdachtes Verkehrskonzept, das alle Verkehrsteilnehmer*innen gleichberechtigt behandelt. Während der ÖPNV das Rückgrat unserer städtischen Mobilität bildet, müssen wir auch den Individualverkehr neu gestalten – mit Vorrang für umweltfreundliche Fortbewegungsmittel. Wir setzen uns für eine Stadt ein, in der Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sicher, schnell und komfortabel ans Ziel kommen. Paris hat gezeigt, wie Autos zugunsten höherer Lebensqualität weichen können. Fließender Verkehr für alle – nicht nur für Autos Wir fordern die konsequente Einführung von „Grünen Wellen“ für alle Verkehrsteilnehmer*innen. Besonders Radfahrer*innen sollen durch intelligente Ampelschaltungen zügig vorankommen. Bis 2028 wollen wir eine flächendeckende Optimierung der Ampelschaltungen für den Radverkehr umsetzen. Als innovative Lösung setzen wir uns für die Einführung einer „Grüne-Welle-App“ ein, die Radfahrer*innen – aber auch Autos – die optimale Geschwindigkeit anzeigt, um ohne Halt durch die Stadt zu kommen. Diese digitale Unterstützung macht das Radfahren attraktiver und effizienter. Wir wollen Augsburg zur Vorreiterstadt für smarte Fahrradmobilität machen. Radverkehr sicher und attraktiv gestalten Fahrradschutzstreifen auf der Straße bieten keine ausreichende Sicherheit für Radfahrer*innen. Wir fordern den konsequenten Ausbau von baulich getrennten Radwegen. Bis 2030 wollen wir, dass ein lückenloses Netz aus geschützter Radinfrastruktur geschaffen wird, das alle Stadtteile verbindet. Wenn nötig, müssen dafür Autospuren weichen – denn Klimaschutz und Verkehrssicherheit haben Vorrang. Besonders in der Innenstadt benötigen wir geschützte Räume, die auch Kinder und ältere Menschen sicher mit dem Rad nutzen können. Wir setzen uns für die Umwidmung von mindestens 30 weiteren Straßen zu Fahrradstraßen bis 2029 ein. Daneben sollen in der Innenstadt mehr überdachte Abstellplätze für Fahrräder installiert werden. Nur mit einer mutigen Radverkehrspolitik wird Augsburg zur wirklich fahrradfreundlichen Stadt. Zu Fuß unterwegs – ohne ewiges Warten Fußgänger*innen werden in Augsburg systematisch benachteiligt. Die sogenannten „Bettelampeln“ die nur bei Knopfdruck Fußgänger*innen Vorrang geben, zwingen Menschen zu unnötigen Wartezeiten, während der Autoverkehr bevorzugt wird. Wir fordern eine grundlegende Überarbeitung problematischer Ampelschaltungen mit dem Ziel, Wartezeiten für Fußgänger*innen deutlich zu reduzieren. Ampeln müssen schneller auf Anforderungen reagieren und in Hauptverkehrszeiten automatisch für Fußgänger*innen schalten. Zebrastreifen sind eine einfache und kostengünstige Lösung für sichere Straßenüberquerungen. Wir setzen uns für deutlich mehr Zebrastreifen ein, zum Beispiel am Hauptbahnhof, am Übergang zur Tram-Haltestelle. An breiten Straßen wie beispielsweise der Kreuzung Kobelweg/B17 müssen Fußgängerüberwege neu gestaltet werden, damit niemand beim Überqueren der Straße mehrfach auf Grünphasen warten muss. Unser Ziel ist eine fußgängerfreundliche Stadt, in der Menschen Vorrang vor Autos haben. Lebenswerte Stadt durch Verkehrsberuhigung Tempo 30 erhöht die Sicherheit, reduziert Lärm und verbessert die Luftqualität. Wir fordern die Ausweitung von Tempo-30-Zonen auf das gesamte Stadtgebiet, mit Ausnahme von Hauptverkehrsachsen. Besonders in Wohngebieten und vor Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen muss Tempo 30 konsequent umgesetzt werden. Vor Schulen in der Innenstadt, wo Raum für Schüler*innen in den Pausen oft rar ist, sollen temporär autofreie Zonen eingerichtet werden, die beispielsweise durch ausfahrbare Poller sichere Räume für Schüler*innen in Pausen und vor sowie nach dem Unterricht schaffen. Langfristig streben wir eine – von Anwohnenden und Lieferverkehr abgesehen – autofreie Innenstadt an. In einem ersten Schritt wollen wir, dass bis 2029 der Durchgangsverkehr aus der Altstadt verbannt wird und mehr verkehrsberuhigte Bereiche geschaffen werden. Eine Stadt mit weniger Autos bedeutet mehr Platz für Menschen, mehr Sicherheit und eine höhere Lebensqualität für alle. Wir setzen uns für eine mutige Verkehrswende ein, die Augsburg zu einer Vorzeigestadt für nachhaltige Mobilität macht. Daneben kann auch die verstärkte Ausweisung von Einbahnstraßen einen Beitrag dazu leisten, Platz für den Fahrrad- und Fußverkehr, aber auch für Aufenthaltsflächen und Bepflanzung zu schaffen. Hier können Städte in den Niederlanden zum Vorbild genommen werden, wie Autos zwar weiterhin einen Platz im Verkehrskonzept haben, aber gleichzeitig genug Raum für andere Verkehrsteilnehmende geschaffen wird. |
| A2: Tierschutz neu denken: Für ein tierleidfreies Augsburg Augsburg kann mehr als bloß verwalten – wir können gestalten. Eine moderne Stadtgesellschaft muss sich die Frage stellen, wie wir mit nicht-menschlichen Lebewesen umgehen und ob Orte wie Zoos oder Tierzirkusse noch zeitgemäß sind. Tiere in Gefangenschaft, vorgeführt zur Belustigung oder unter unwürdigen Haltungsbedingungen, widersprechen dem ethischen Anspruch einer Stadt, die sich für Klima-, Umwelt- und Tierschutz stark macht. Wir setzen uns für ein Augsburg ein, das Tierleid nicht ignoriert, sondern Verantwortung übernimmt. Eine Stadt, die konsequent für den Schutz von Tieren eintritt, muss auch bereit sein, alte Strukturen zu hinterfragen – und neue Wege zu gehen. Tierfreie Bildung, tierfreie Unterhaltung und eine tierleidfreie Ernährung sind dabei zentrale Bausteine einer zukunftsfähigen, empathischen Stadtpolitik. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg wird beauftragt diese Forderungen im Namen der GRÜNEN JUGEND Augsburg – in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern – im Prozess der Erarbeitung des Wahlprogramms zur Kommunalwahl 2026 des Stadtverbands Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und gegebenenfalls durch Änderungsanträge zu diesem Wahlprogramm einzubringen, sodass die hier formulierten inhaltlichen Ziele Einzug in das Wahlprogramm finden. Es ist dem Vorstand dabei insbesondere erlaubt, bereits im Wahlprogramm enthaltene Forderungen nicht nochmal zu stellen und Formulierungen an den bestehenden Text anzupassen. Dabei darf aber in keinem Fall der inhaltliche Sinn dieses Textes verändert werden. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg hat über das Vorgehen bei der Einbringung und über die Ergebnisse bei der nächsten Mitgliederversammlung Rechenschaft abzulegen. Bildung von morgen, statt Tierverständnis von gestern Der Augsburger Zoo steht sinnbildlich für ein überholtes Verständnis von Tierhaltung. Statt Wildtiere weiterhin in Gefangenschaft zu halten, wollen wir das Gelände schrittweise in ein innovatives, tierfreies Naturbildungszentrum transformieren. Ziel ist eine vollständige Abkehr von der Haltung exotischer und heimischer Tiere zu Schau- oder Unterhaltungszwecken. Ein solcher Wandel braucht Zeit, Sorgfalt und Fachwissen. Deshalb fordern wir einen sofortigen Stopp von Nachzuchten und Neuaufnahmen sowie die Entwicklung eines umfassenden Rückbaukonzepts – in Zusammenarbeit mit Expert:innen, NGOs wie PETA oder Pro Wildlife und anerkannten Auffangstationen und Reservaten. Das Wohl der Tiere steht dabei im Mittelpunkt: Ihre Umsiedlung soll verantwortungsvoll, tierschutzkonform und transparent erfolgen. Parallel dazu soll ein modernes Bildungszentrum entstehen, das sich digital, interaktiv und auf Augenhöhe mit Themen wie Artenvielfalt, Klimaschutz und globalen ökologischen Zusammenhängen beschäftigt. Es geht um Lernen ohne Ausstellen, um Empathie ohne Gehege – ein Bildungsort, der alle Generationen erreicht, ohne Tierleid zu verursachen. Damit der Prozess verbindlich bleibt, braucht es einen transparenten Stufenplan mit klaren Meilensteinen, die jährlich überprüft werden. So wird aus einer Vision konkrete Politik – und aus einem veralteten Zoo ein Bildungsraum der Zukunft. Bis 2028 muss die Stadt, in Zusammenarbeit mit Expert:innen, einen Plan erarbeiten, wie der Zoo bis spätestens 2040 wie oben beschrieben zurück- und umgebaut werden kann. Manege frei – ganz ohne Tierquälerei Auch in anderen Bereichen wollen wir Tierleid nicht länger durch städtische Strukturen unterstützen. Zirkusbetriebe mit Tieren – egal ob exotisch, domestiziert oder aus der Nutztierhaltung – sollen auf städtischen Flächen künftig keinen Platz mehr finden. Zwar ist ein pauschales Verbot auf kommunaler Ebene rechtlich schwer durchsetzbar, aber die Stadt hat durch ihre Flächenvergabe und Genehmigungspraxis effektive Möglichkeiten, ein klares Zeichen zu setzen. Mit einem entsprechenden Stadtratsbeschluss können wir Tierzirkusse von öffentlichen Flächen ausschließen, gleichzeitig eine umfassende Aufklärungskampagne starten und tierfreie Kulturformate gezielt fördern. Artistik, Jonglage oder modernes Zirkustheater brauchen keine Tiere, um Menschen zu begeistern – sie brauchen nur Raum und Wertschätzung. Beim Essen – Tiere, Umwelt und Gesundheit nicht vergessen Tierschutz beginnt nicht nur in Zoos oder Zirkuszelten, sondern vor allem auf dem Teller. Eine pflanzenbasierte Ernährung schützt nicht nur Tiere, sondern leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz sowie zur eigenen Gesundheit. Dabei ist vegan leben längst keine Randerscheinung mehr, sondern gewinnt zunehmend an Bedeutung in unserer Gesellschaft. Deshalb schlagen wir vor, eine mehrjährige, umfassende städtische Bildungskampagne unter dem Motto „Tierfrei für Tier, Mensch und Klima“ zu starten. Diese Kampagne soll gemeinsam mit Schulen, Hochschulen, städtischen Kantinen, Wochenmärkten und lokalen Initiativen umgesetzt werden. Ziel ist es, Rezepte, Bildungsangebote, Kochaktionen und Informationsveranstaltungen breit zugänglich zu machen und so pflanzenbasierte Ernährung im Alltag zu verankern. Ein zentraler Baustein wird der städtisch initiierte „Vegane Monat“ in öffentlichen Einrichtungen wie Mensen und Kantinen sein, der als Vorbild und Anstoß für gesunde, nachhaltige Ernährung dienen soll. Parallel dazu wollen wir einen Fördertopf für die Gastronomie schaffen, der Gastronomen unterstützt, vegane Angebote auszubauen und sichtbar zu machen. Insbesondere auf öffentlichen Veranstaltungen wie dem Plärrer oder Christkindlesmarkt muss ein ausreichendes Angebot an veganen Speisen verpflichtend sein. Mit dieser Kampagne kann Augsburg nicht nur eine Vorreiterrolle im Tierschutz übernehmen, sondern auch zeigen, wie Ernährung, Umweltbildung und Klimaschutz Hand in Hand gehen – zum Wohl von Tier, Mensch und Natur. |
| A3: Eine Stadt für alle: Migration gerecht gestalten und Integration aktiv fördern Augsburg ist schon immer ein Ort der Vielfalt – von den Fuggern bis hin zu den heute hier lebenden internationalen Communities. Doch Vielfalt und Integration geschehen nicht von selbst. Integration braucht eine aktive, verbindliche Haltung und Engagement. Menschen, die in Augsburg leben, sollen sich hier sicher und willkommen fühlen können und ein selbstverständlicher Teil der Stadtgesellschaft sein – ganz gleich, welche Herkunft, Sprache oder welchen Aufenthaltsstatus sie haben. Für uns ist klar: Integration ist keine Einbahnstraße, sondern ein Prozess des Zusammenlebens, an dem alle Augsburger*innen, egal ob hier geboren oder zugezogen, beteiligt sind. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg wird beauftragt diese Forderungen im Namen der GRÜNEN JUGEND Augsburg – in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern – im Prozess der Erarbeitung des Wahlprogramms zur Kommunalwahl 2026 des Stadtverbands Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und gegebenenfalls durch Änderungsanträge zu diesem Wahlprogramm einzubringen, sodass die hier formulierten inhaltlichen Ziele Einzug in das Wahlprogramm finden. Es ist dem Vorstand dabei insbesondere erlaubt, bereits im Wahlprogramm enthaltene Forderungen nicht nochmal zu stellen und Formulierungen an den bestehenden Text anzupassen. Dabei darf aber in keinem Fall der inhaltliche Sinn dieses Textes verändert werden. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg hat über das Vorgehen bei der Einbringung und über die Ergebnisse bei der nächsten Mitgliederversammlung Rechenschaft abzulegen. Verwaltung neu denken: Barrieren abbauen, Teilhabe ermöglichen Ein erster Schritt für gelingende Integration ist eine Verwaltung, die nicht zur Hürde wird. Noch immer sind viele städtische Formulare und Angebote nur in Deutsch und häufig in schwer verständlicher Sprache verfügbar. Das benachteiligt Menschen, die nicht perfekt Deutsch sprechen, oft erheblich – obwohl es längst möglich ist, mehrsprachige und leicht verständliche Informationen anzubieten. Wir fordern deshalb eine konsequente, niedrigschwellige Überarbeitung aller städtischen Webportale, Formulare und Informationsangebote – mindestens in Englisch, Arabisch, Ukrainisch und Leichter Sprache. Auch an öffentlichen Orten wie Museen, Sportstätten oder Bibliotheken muss Mehrsprachigkeit selbstverständlich sein, damit echte Teilhabe möglich wird und nicht nur symbolische Willkommenskultur. Integration braucht soziale Infrastruktur: Betreuung, Beratung, Unterstützung Integration gelingt nur, wenn sie durch konkrete Investitionen begleitet wird. Sprachkurse sind unverzichtbar, doch ihre Wirkung wird oft durch fehlende Kinderbetreuung eingeschränkt. Eltern, die lernen wollen, brauchen verlässliche Betreuungsmöglichkeiten – wir fordern daher öffentlich geförderte Betreuungskonzepte, die parallel zu Sprach- und Integrationskursen laufen. Gleichzeitig brauchen wir mehr Sozialarbeiter:innen, die sich gezielt den Herausforderungen von Menschen mit Migrationsgeschichte widmen – sei es bei Behördengängen, Bildungsfragen oder in akuten Krisensituationen. Diese Fachkräfte sind unverzichtbar, um individuelle Hürden abzubauen und Integration zu fördern. Integration im öffentlichen Raum: Begegnung statt Abgrenzung Eine gelungene Integration zeigt sich auch im Zusammenleben in den Stadtvierteln. Geflüchtetenunterkünfte gehören nicht an den Rand der Stadt, sondern mitten hinein. Dezentrale Unterbringung ermöglicht Begegnungen, die Vorurteile abbauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken – Abgrenzung dagegen fördert Spannungen. Augsburg soll sich deshalb klar zur dezentralen Unterbringung bekennen und gleichzeitig Wohnraumförderung mit Quartiersintegration verknüpfen. Zusätzlich brauchen Vereine, Organisationen und Initiativen, die im Bereich Migration tätig sind, mehr Unterstützung. Interkulturelle Bildungsarbeit, Sport- und Kulturangebote schaffen wichtige Räume für Vernetzung und Teilhabe. Vielfalt als Chance: Kultur fördern und feiern Kulturelle Vielfalt ist keine Herausforderung, die man verwalten muss – sie ist eine Bereicherung, die unterstützt und gefeiert werden sollte. Wir setzen uns dafür ein, Kulturveranstaltungen mit Fokus auf verschiedene Herkunftskulturen gezielt zu fördern. Interkulturelle Feste, migrantisch geprägte Theaterprojekte und interreligiöse Begegnungstage müssen mehr als geduldet werden – sie sollen als fester Bestandteil des städtischen Kulturlebens Anerkennung finden. Die Stadt hat hier nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Verantwortung, aus Vielfalt echte Teilhabe und Zusammenhalt zu schaffen. Verwaltung auf Augenhöhe: Erreichbarkeit und Service verbessern Nicht zuletzt gehört eine faire und zugängliche Verwaltungspraxis zu sozialer Gerechtigkeit. Die Ausländerbehörde muss für alle Menschen erreichbar sein – nicht nur werktags vormittags. Wir fordern längere Öffnungszeiten, digitale Terminvergaben und mehrsprachige Informationsangebote, um den Zugang zur Verwaltung nicht zum Geduldsspiel, sondern zur Dienstleistung auf Augenhöhe zu machen. |
| A4: Stadt für die Jugend, von der Jugend Die Jugend Augsburgs muss eine größere Rolle bei der Planung und Gestaltung des öffentlichen Raums einnehmen. Sie soll aktiv in die Planungen eingebunden werden, anstatt dass man nur über sie spricht. Die GRÜNE JUGEND Augsburg fordert, dass der Stadtverband Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die folgenden Punkte zum Thema Stadtplanung in ihrem Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2026 aufnimmt. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg wird beauftragt diese Forderungen im Namen der GRÜNEN JUGEND Augsburg – in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern – im Prozess der Erarbeitung des Wahlprogramms zur Kommunalwahl 2026 des Stadtverbands Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und gegebenenfalls durch Änderungsanträge zu diesem Wahlprogramm einzubringen, sodass die hier formulierten inhaltlichen Ziele Einzug in das Wahlprogramm finden. Es ist dem Vorstand dabei insbesondere erlaubt, bereits im Wahlprogramm enthaltene Forderungen nicht nochmal zu stellen und Formulierungen an den bestehenden Text anzupassen. Dabei darf aber in keinem Fall der inhaltliche Sinn dieses Textes verändert werden. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg hat über das Vorgehen bei der Einbringung und über die Ergebnisse bei der nächsten Mitgliederversammlung Rechenschaft abzulegen. Ausbau des Jugendforums und Schaffung neuer Partizipationsmöglichkeiten Orte, wie zum Beispiel das Jugendforum, an denen junge Menschen sich engagieren, ihre Ideen zeigen und sich politisch in der Stadt beteiligen können, sind essentiell für Augsburg. Solche Orte müssen finanziell mehr gefördert und ausgebaut werden, damit die Jugend mehr Projekte in der Stadt selbst mit auf die Beine stellen kann. Jugendliche, Kinder und junge Erwachsene sollen von der Stadt auf Augenhöhe an der Planung und Gestaltung von Projekten, die sie direkt betreffen, beteiligt werden. Leerstände sanieren und bereitstellen Es fehlen allgemein in Augsburg – und insbesondere für Jugendliche – ausreichende Räume für Treffen und für konsumfreie Aktivitäten. Gleichzeitig gibt es in Augsburg Orte wie das Schwabencenter oder das ehemalige Gebäude von Galeria Karstadt, in denen Flächen für Geschäfte leer stehen und nicht genutzt werden. Wir fordern daher von der Stadt, endlich tätig zu werden und diese Leerstände in Gesellschaftsräume und Pop-Up-Stores umzubauen. Es reicht aber nicht, nur den Platz zur Verfügung zu stellen. Die Stadt muss die Menschen aktiv dazu motivieren, diesen Platz auch nutzen zu wollen.Dazu sollte eine digitale Plattform aufgebaut werden, wo junge Menschen ihre Konzepte und Projekte schnell und stichpunktartig der Stadt vorstellen und gegebenenfalls auch Fragen geklärt werden können. Um solche Projekte auch in die Tat umzusetzen, soll es ein Förderprogramm der Stadt geben, mit dem die Initiative finanziell unterstützt wird. Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass in der nächsten Wahlperiode die geplante Zweckentfremdungssatzung umgesetzt wird. Spielplätze aufwerten und Nutzung erlauben Spielplätze in Augsburg sollen aufgewertet und als inklusive lebendige Orte sozialer Begegnung gestaltet werden. Dazu gehört eine regelmäßige Instandhaltung ebenso wie eine attraktive Gestaltung mit Fokus auf Begrünung: Bäume und schattenspendende Elemente schaffen ein angenehmes Mikroklima und erlauben auch im Sommer die Nutzung. Besonders wichtig ist eine barrierearme Gestaltung – mit Spielgeräten und Zugängen, die auch von Kindern mit körperlichen Einschränkungen genutzt werden können. Bei allen neu geplanten Spielplätzen muss dies ein verpflichtender Teil der Gestaltung und Planung sein, bestehende Spielplätze müssen dementsprechend nachgerüstet werden. Um soziale Teilhabe zu fördern, sollen zudem Spielplätze in privaten Wohnanlagen, wo immer möglich, öffentlich zugänglich gemacht werden – denn Spiel und Begegnung dürfen weder vom Geldbeutel noch vom Wohnort abhängen. Wo nicht durch Verordnungen umsetzbar, kann die Stadt durch finanzielle Beteiligungen Anreize schaffen. Nachtleben sicherer und konsumfreier gestalten Wir fordern die Stadt dazu auf, Clubkultur nicht zu vernachlässigen und diesen Bereich in die Arbeit der Popkulturbeuftragten einzugliedern. Alle Augsburger Clubs sollen dazu aufgefordert werden, in Zusammenarbeit mit der Popkulturbeauftragten ein Awareness-Konzept vorzulegen, um die Sicherheit der Feiernden zu gewährleisten. Insbesondere sollen dabei auch vertrauenswürdige Möglichkeiten geschaffen werden, sich bei Problemen, Schwierigkeiten, Fehlverhalten und Übergriffen an ein dafür ausgebildetes und geschultes Team zu wenden. Wir wollen auch konsumfreie Möglichkeiten weiter ausbauen, um jede*n am Nachtleben der Stadt teilhaben zu lassen. Wir möchten neben bereits bestehenden Open Air Veranstaltungen weitere Musik- und Theateraufführungen an öffentlichen Plätzen ermöglichen und es attraktiv für Künstler*innen machen, dort ihre eigenen Konzepte auszuprobieren. Gerade Jugendliche sollen dadurch motiviert werden, sich kulturell auszuleben und einzubringen, ohne auf ihren Geldbeutel achten zu müssen. |
| A5: Für ein feministisches Gesundheitssystem in Augsburg: Schwangerschaftsabbrüche enttabuisieren, Gesundheitsversorgung verbessern Die GRÜNE JUGEND Augsburg fordert, dass der Stadtverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Augsburg sich im Rahmen der Kommunalwahl 2026 klar für eine queerfeministische, inklusive und barrierefreie Gesundheitsversorgung einsetzt. Insbesondere beim Thema Schwangerschaftsabbruch braucht es endlich Verbesserungen – die aktuelle Versorgungslage ist unhaltbar. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg wird beauftragt, diese Forderungen im Namen der GRÜNEN JUGEND Augsburg – in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern – im Prozess der Erarbeitung des Wahlprogramms zur Kommunalwahl 2026 des Stadtverbands Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und gegebenenfalls durch Änderungsanträge zu diesem Wahlprogramm einzubringen, sodass die hier formulierten inhaltlichen Ziele Einzug in das Wahlprogramm finden. Es ist dem Vorstand dabei insbesondere erlaubt, bereits im Wahlprogramm enthaltene Forderungen nicht nochmal zu stellen und Formulierungen an den bestehenden Text anzupassen. Dabei darf aber in keinem Fall der inhaltliche Sinn dieses Textes verändert werden. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg hat über das Vorgehen bei der Einbringung und über die Ergebnisse bei der nächsten Mitgliederversammlung Rechenschaft abzulegen. Gesundheitsversorgung braucht feministische Perspektiven Gesundheit ist ein Menschenrecht. Trotzdem werden in Forschung, Praxis und Versorgung noch immer überwiegend cis-männliche Körper als medizinische Norm betrachtet. Erkrankungen, die spezifisch Frauen, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen betreffen, werden zu wenig erforscht und behandelt – mit drastischen Folgen für Betroffene. Auch Wissen über Menstruation, Verhütung oder sexuell übertragbare Infektionen wird nicht niedrigschwellig vermittelt. Das muss sich ändern. Die Stadt Augsburg muss sich hier aktiv positionieren und regelmäßig öffentlichkeitswirksame und mehrsprachige Informationskampagnen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit auf den Weg bringen. Dazu gehören beispielsweise digitale Anzeigen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Plakate in öffentlichen Einrichtungen, sowie Broschüren, die über Krankheiten, Vorsorge und körperliche Selbstbestimmung informieren. Auch digitale Formate – etwa über die städtischen Social-Media-Kanäle – sollen in enger Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro, dem Gesundheitsamt, sowie queerfeministischen Akteur*innen umgesetzt werden. Diese Materialien sollen barrierefrei und mehrsprachig bereitgestellt werden. Ergänzend braucht es niedrigschwellige und barrierefreie Veranstaltungsreihen, Workshops und Vorträge zu Themen wie Menstruation, Verhütung, reproduktive Rechte und Schwangerschaftsabbrüche. Diese Veranstaltungen sollen gemeinsam mit queerfeministischen Initiativen aus der Stadtgesellschaft, Fachstellen und medizinischem Personal konzipiert werden. Darüber hinaus sollen in allen städtischen Gebäuden Menstruationsprodukte kostenfrei zur Verfügung stehen. Die Stadt soll ferner ein Programm konzipieren, das Wohnungslosen Menstruationsprodukte kostenlos zugänglich macht. Versorgungslage verbessern: Schwangerschaftsabbrüche ermöglichen In einer Stadt wie Augsburg – der drittgrößten Stadt Bayerns – ist es ein Skandal, dass Schwangerschaftsabbrüche nicht angeboten werden können. Stand November 2024 gab es in Augsburg keine Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Schwangere, die sich für einen Abbruch entscheiden, werden durch lange Fahrtwege, etwa nach München oder Ulm, unnötig zusätzlich belastet. Schwangerschaftsabbrüche sind Teil der Gesundheitsversorgung und müssen wohnortnah, sicher und unkompliziert zugänglich sein – ohne moralische Verurteilung und unnötige Hürden. Die Stadt Augsburg muss hier Verantwortung übernehmen und sich aktiv gegen die Stigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen stellen und Informationen bereitstellen, die Betroffene wirklich unterstützen. Dazu gehört eine städtische Informationsseite mit verständlichen und mehrsprachigen Inhalten zum Ablauf eines Abbruchs, zu Beratungsstellen, rechtlichen Rahmenbedingungen und medizinischen Angeboten. Außerdem muss die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt deutlich machen, dass Schwangerschaftsabbrüche ein Teil der Gesundheitsversorgung sind und als solche keine Tabuisierung und Stigmatisierung mit sich bringen dürfen. Darüber hinaus fordern wir, dass sich die Stadt proaktiv für den Ausbau der medizinischen Versorgung einsetzt. Ärzt*innen, die Abbrüche durchführen oder entsprechende Fortbildungen planen, sollen gezielte Unterstützung erhalten, etwa durch Beratungen zu Fördermöglichkeiten oder durch Hilfe beim Aufbau eigener Praxen. Ebenso soll die Stadt ihre Einflussmöglichkeiten nutzen, um das Universitätsklinikum Augsburg in die Pflicht zu nehmen, Schwangerschaftsabbrüche als festen Bestandteil der medizinischen Aus- und Weiterbildung zu verankern. Reproduktive Rechte gemeinsam stärken Medizinische Grundversorgung für alle entsteht nicht im Alleingang. Die Stadt Augsburg muss die bereits engagierten Gruppen, Vereine und Initiativen, die sich für reproduktive Rechte und eine inklusive Gesundheitsvorsorge, die auch die Bedürfnisse von inter, nicht-binären, trans und agender Personen vertreten, einsetzen, dauerhaft und institutionell stärken. Ihre Arbeit muss sichtbar gemacht und systematisch in die kommunale Gesundheits- und Gleichstellungspolitik eingebunden werden. |
| A6: Mentale Gesundheit in den Mittelpunkt – Kommunale Verantwortung ernst nehmen Psychische Gesundheit ist ein Menschenrecht – und muss als solches auch auf kommunaler Ebene ernst genommen werden. Die GRÜNE JUGEND Augsburg fordert, dass der Stadtverband Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die folgenden Punkte zum Thema mentale Gesundheit in sein Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2026 aufnimmt. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg wird beauftragt diese Forderungen im Namen der GRÜNEN JUGEND Augsburg – in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern – im Prozess der Erarbeitung des Wahlprogramms zur Kommunalwahl 2026 des Stadtverbands Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und gegebenenfalls durch Änderungsanträge zu diesem Wahlprogramm einzubringen, sodass die hier formulierten inhaltlichen Ziele Einzug in das Wahlprogramm finden. Es ist dem Vorstand dabei insbesondere erlaubt, bereits im Wahlprogramm enthaltene Forderungen nicht nochmal zu stellen und Formulierungen an den bestehenden Text anzupassen. Dabei darf aber in keinem Fall der inhaltliche Sinn dieses Textes verändert werden. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg hat über das Vorgehen bei der Einbringung und über die Ergebnisse bei der nächsten Mitgliederversammlung Rechenschaft abzulegen. In Augsburg – wie überall – steigen die Belastungen, insbesondere bei jungen Menschen. Stress, Leistungsdruck, Einsamkeit, familiäre Konflikte und die Folgen multipler Krisen führen dazu, dass immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene mit psychischen Problemen kämpfen. Trotzdem bleibt die Versorgungslage prekär: Beratungseinrichtungen sind überlastet, Therapieplätze fehlen, und Angebote sind oft zu bürokratisch, zu stigmatisierend oder schlicht nicht sichtbar. Jugendliche nicht alleine lassen: Beratungsangebote für junge Menschen schaffen Die Stadt Augsburg muss Verantwortung übernehmen und ihre Rolle im Bereich mentaler Gesundheit aktiv gestalten. Wir fordern deshalb, dass psychische Gesundheit ein zentraler Bestandteil der städtischen Sozial- und Gesundheitspolitik wird. Dazu gehört insbesondere die Schaffung einer eigenen städtisch (mit)finanzierten Beratungsstelle für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 28 Jahren. Diese Einrichtung soll professionelle psychologische Beratung anbieten – unabhängig, vertraulich und niedrigschwellig. Wie bei anderen Altersgruppen üblich, muss das Angebot von einem qualifizierten, multiprofessionellen Team getragen werden. Dabei ist Mehrsprachigkeit notwendige Voraussetzung, ebenso wie die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit dem Bezirk Schwaben. Bestehende Beratungsangebote ausbauen Auch bestehende Beratungsstellen in Augsburg brauchen mehr Unterstützung. Die Stadt soll den Ausbau dieser Einrichtungen aktiv vorantreiben – sei es durch zusätzliche Räume, mehr Personal oder finanzielle Förderungen. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem schulischen und hochschulischen Bereich. In (Berufs-) Schulen, Hochschulen und Universitäten braucht es mehr Schulpsycholog*innen, offene Sprechstunden, Informationsangebote zu Stress, Mobbing und mentaler Gesundheit sowie thematische Veranstaltungen. All diese Angebote müssen sichtbar, verständlich und mehrsprachig sein. Hilfe bei der Therapieplatzsuche ermöglichen Ein weiteres Hindernis für viele Menschen ist die überfordernde Suche nach einem Therapieplatz. Wir fordern deshalb die Einrichtung einer zentralen städtischen Anlaufstelle, die bei genau dieser Suche unterstützt. Sie soll Ratsuchenden dabei helfen, Erstgespräche zu vereinbaren, Kontakte zu Therapeut*innen herzustellen oder sich in das System einzuarbeiten – im besten Fall übernimmt sie auch aktiv Anrufe bei der Terminvermittlung. Ergänzend dazu soll die Website der Stadt eine regelmäßig aktualisierte Übersicht über Therapeut*innen im Stadtgebiet enthalten, inklusive Kontaktdaten und Themenschwerpunkten, angebotenen Therapiesprachen und Verfügbarkeiten. Die Website der Stadt Augsburg kann dabei auf bereits existierende Übersichten, wie etwa der Kassenärtzlichen Vereinigung Bayerns, verweisen. Daneben sollen auch digitale Angebote, die rund um die Uhr erreichbar sind, wie ein Krisen-Chat oder digitale Chatbots zur anonymen Erstorientierung eingerichtet werden. Mentale Gesundheit sichtbar machen: Öffentlichkeitswirksame Kampagnen zur Entstigmatisierung Um langfristig das Stigma rund um psychische Erkrankungen abzubauen, braucht es darüber hinaus regelmäßig stattfindende, öffentlichkeitswirksame Kampagnen. Die Stadt Augsburg soll deshalb Kampagnen zur mentalen Gesundheit initiieren – etwa anlässlich des Mental Health Days oder des Suicide Awareness Days und darüber hinaus. Diese Kampagnen müssen sichtbar sein – in der Stadtbücherei, auf digitalen Anzeigen, in Bussen und Trams, in städtischen Einrichtungen, auf Social Media und durch Plakatierungen im öffentlichen Raum. Daneben soll in der Stadtbücherei ein Thementisch zu mentaler Gesundheit eingerichtet werden. Die Kampagne soll nicht nur informieren, sondern auch auf bestehende Angebote hinweisen und deutlich machen: Psychische Gesundheit geht uns alle an. Auch hierbei ist Mehrsprachigkeit unabdingbar. Wichtig ist zudem, dass diese Kampagnen in Bildungsinstitutionen getragen werden – psychische Gesundheit gehört ins Klassenzimmer, in die Berufsschule und in die Uni. Die Stadt als Arbeitgeberin: Vorbild bei psychischer Gesundheit Die Stadt Augsburg hat auch als Arbeitgeberin eine Verantwortung. Deshalb fordern wir, dass städtische Mitarbeitende gezielte Angebote zur Förderung ihrer mentalen Gesundheit erhalten. Dazu gehören präventive Schulungen zu Stressbewältigung und Resilienz, regelmäßige Sensibilisierungs-Workshops für Führungskräfte sowie interne, vertrauliche Beratungsangebote. Die Stadt soll Programme der betrieblichen Gesundheitsförderung aktiv nutzen, insbesondere solche, die von Krankenkassen getragen werden. Nach längerer – auch psychischer – Erkrankung muss das betriebliche Eingliederungsmanagement gestärkt werden. Mitarbeitende sollen durch angepasste Arbeitsbedingungen schrittweise und stabil zurückkehren können. Diese Maßnahmen müssen transparent kommuniziert werden, etwa auf der städtischen Website – das schafft Vertrauen, baut Stigma ab und setzt Maßstäbe, auch für andere Arbeitgeber*innen in Augsburg. Darüber hinaus soll die Stadt Augsburg Unternehmen im Stadtgebiet bei Bedarf bei der Erarbeitung von Präventionsmaßnahmen und psychischer Gesundheitsförderung unterstützen. Rückzugsorte in der Stadt schaffen Neben konkreten Angeboten braucht es auch Orte der Erholung und Entspannung. Die Stadt soll in öffentlichen Gebäuden reizfreie, ruhige Räume schaffen, die allen Menschen offenstehen, die einen Rückzugsort brauchen. Auch im Freien sollen Plätze entstehen, die gezielt zum Durchatmen einladen – sei es durch Sitzgelegenheiten, schattige Rückzugsorte oder durch bewusst reizarm gestaltete Stadträume. Therapieplätze ausbauen Schließlich ist klar: So wichtig kommunale Maßnahmen sind – sie allein reichen nicht. Die Stadt Augsburg muss politischen Druck auf die Landesregierung ausüben, damit endlich mehr Kassensitze für Psychotherapeut*innen in Bayern und dadurch in Augsburg geschaffen werden. Darüber hinaus soll die Stadt prüfen, welche finanziellen oder infrastrukturellen Anreize sie selbst setzen kann,um Therapeut*innen in Augsburg zu halten oder neu zu gewinnen. Psychische Gesundheit muss auch als kommunale Aufgabe verstanden werden. Die Stadt Augsburg hat die Möglichkeit, hier Vorreiterin zu sein – mit konkreten Angeboten, klaren Informationen, niedrigschwelliger Unterstützung und einem entschlossenen Kampf gegen Stigmatisierung. Insofern es notwendig oder sinnvoll ist, sollen die oben geforderten Maßnahmen mit dem Bezirk Schwaben abgestimmt und gemeinsam umgesetzt werden. Die geforderten Maßnahmen sollen regelmäßig evaluiert und bei Bedarf stetig weiter ausgebaut werden. |
| A7: Ein nachhaltiges und grünes Augsburg von morgen Klimaschutz ist Menschenschutz. Flächen entsiegeln! Augsburg hat schon heute ein massives Hitzeproblem im Sommer, das mit steigenden Temperaturen nur noch schlimmer werden wird. Wir fordern deshalb ein Hitzekonzept für Augsburg, damit unsere Stadt auch in Zukunft lebenswert bleibt. Als Stadt mit über 50% versiegelter Gesamtfläche spielt Entsiegelung dabei eine entscheidende Rolle. In der ganzen Stadt sind möglichst große Flächen zu entsiegeln, um eine Aufheizung des Mikroklimas zu verhindern, was nebenbei auch einen Beitrag zur Schwammstadt leistet. Beispielsweise ist die große Parkplatzfläche bei der Messe zu entsiegeln, aber auch andere Flächen, auf deren Nutzung die Stadt Einfluss hat, müssen möglichst weitgehend entsiegelt werden. In dem Konzept sollte für alle Flächen, auf deren Entsiegelung die Stadt hinwirken könnte, die Machbarkeit der Entsiegelung und deren Wirkung geprüft werden. Jährliche Ziele sind durch den Stadtrat zu beschließen, um eine kontinuierliche Entsiegelung sicherzustellen. Zudem sollen Ideen aus anderen Städten aufgenommen werden, soweit diese auf Augsburg übertragbar sind. Mehr Bäume! Der Folgeschritt muss eine zumindest teilweise Bepflanzung der entsiegelten Flächen sein. Nicht nur an der Messe sollen mehr Bäume gepflanzt werden, sondern insbesondere auch auf dem Rathausplatz und in der Maxstraße. Nur wenn eine Bepflanzung andernfalls überhaupt nicht umsetzbar wäre, soll auf Bäume in Kübeln als letztes Mittel zurückgegriffen werden. Haltestellen begrünen! Einen weiteren Beitrag kann die Begrünung von Haltestellen leisten. Diese tragen zur Verbesserung des gesamten Stadtklimas bei, bieten Insekten Lebensraum, kühlen aber auch im Sommer die Haltestellen. Neubauten sollen verpflichtend zu begrünen sein und daneben jährlich eine bestimmte Anzahl an Bestandshaltstellen begrünt werden, sodass nach und nach alle Haltestellen begrünt sind. Als Zielmarke sollten hier mindestens 5% der bestehenden Haltestellen pro Jahr stehen. Zudem soll geprüft werden, ob zusätzlich Photovoltaikanlagen an den Haltestellen angebracht werden können. Urban Gardening fördern! Die Stadt hat Urban Gardening Projekte zu fördern. Dies enthält insbesondere die Bereitstellung von Flächen durch die Stadt, die dann von der Nachbarschaft gepflegt werden. Das fördert die Gemeinschaft der Nachbar*innen, die Verbundenheit zur Natur, Urban Gardening kann aber auch zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen und macht Quartiere lebenswerter. Es stellt eine Entlastung des Amtes für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen dar, wenn Flächen durch einen Verbund der Anwohnenden gepflegt werden. Wir fordern, dass die Gemeinschaften finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt bekommen, dass sie Blumen und Erde kaufen können und keine eigenen Gelder einsetzen müssen, sodass alle am Projekt teilnehmen können. Soweit weitere Anforderungen bestehen, hat die Stadt hier eine bestmögliche Unterstützung bereitzustellen. Wir fordern in der Folge eine Anerkennung der Arbeit der Ehrenamtlichen, etwa durch eine Einladung zu einem Empfang durch die Stadt. Flüsse wieder in naturnahe Zustände versetzen! Die Begradigung von Flüssen sollte, soweit möglich, rückgängig gemacht werden. Das ist die beste Möglichkeit für konkreten Hochwasserschutz. Das Flussbett kann sich dann bei Überschwemmungen natürlich ausbreiten und steigt nicht über die vorgegebenen baulichen Grenzen. Die Projekte LiccaLiber und Wertach Vital sollen weitergeführt und durch die Stadt Augsburg bestmöglich unterstützt werden und zusätzlich geprüft werden, inwieweit die Begradigung anderer Gewässer (z.B. Lochbach) rückgängig gemacht werden können. Auch eine abschnittsweise Rückkehr zum natürlichen Zustand soll dabei geprüft werden. Kanustrecke klimafest machen! Wir fordern, dass die Kanustrecke klimafest gemacht wird. Auch bei niedrigen Wasserständen sollte die Nutzung der Strecke sichergestellt sein. Die Kanustrecke stellt einen wichtigen Teil der Augsburger Identität dar und muss unabhängig vom Zuschlag zu Olympia 2040 erhalten werden. Moore bewässern, Wald aufforsten! Eine Wiedervernässung der Moore ist beim Kampf gegen den Klimawandel unerlässlich. Flächen der Stadt Augsburg sind auf die Eignung für entsprechende Projekte zu überprüfen. Auch der Stadtwald muss klimafest gemacht werden für die veränderten Bedingungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Bestehende Projekte sind weiterzuführen und soweit nötig, zu intensivieren. Keine Privatfeuerwerke! Privatfeuerwerk setzt enorm viele Schadstoffe frei, sodass die Luftbelastung am ersten Tag des Jahres vielerorts so hoch ist wie sonst im ganzen Jahr nicht. Asthmatiker werden besonders betroffen, Geflüchtete in Traumasituationen zurückversetzt, Haus- und Wildtiere werden in Angst und Schrecken versetzt. Die Kombination mit Alkohol führt jedes Jahr zu Dutzenden, teils Schwerverletzten – wobei vielfach auch Unbeteiligte betroffen sind – und Sachschäden. Private Feuerwerke sollten deshalb auch am 31.12., wie im restlichen Jahr, im gesamten Stadtgebiet untersagt sein. Eine zentrale Veranstaltung seitens der Stadt mit einer Drohnen- oder Lasershow kann die Faszination von Licht und die gemeinsame Feierstimmung ersetzen und schützt dabei Mensch, Umwelt und Tiere. Ausweitung der Bibliothek der Dinge! Die Bibliothek der Dinge sollte weiter ausgebaut werden. Wir fordern, dass jegliche Gegenstände, die nicht täglich gebraucht werden, in ausreichender Zahl angeboten werden. So sollen beispielsweise auch Bohrmaschinen und andere Maschinen, die man selten braucht, aber teuer in der Anschaffung sind, ausleihbar sein. Dieses Angebot sollte kostenlos bzw. rein auf Kautionsbasis zur Verfügung stehen. Zudem sollten die Geräte nicht nur zentral in der Innenstadt verfügbar sein, sondern in allen Stadtteilen. Im Rahmen dieses Angebotsausbaus ist die Bibliothek der Dinge durch Öffentlichkeitsarbeit in der Bevölkerung bekannt zu machen. Reparaturbonus für Geräte! Wir fordern die Prüfung der Einführung eines Reparaturbonus für Geräte. Dieses Konzept wird bereits erfolgreich in einigen Bundesländern umgesetzt, um weniger Müll zu produzieren und unsere wertvollen Ressourcen zu schützen. Einbringung ins Wahlprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg wird beauftragt diese Forderungen im Namen der GRÜNEN JUGEND Augsburg – in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern – im Prozess der Erarbeitung des Wahlprogramms zur Kommunalwahl 2026 des Stadtverbands Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und gegebenenfalls durch Änderungsanträge zu diesem Wahlprogramm einzubringen, sodass die hier formulierten inhaltlichen Ziele Einzug in das Wahlprogramm finden. Es ist dem Vorstand dabei insbesondere erlaubt, bereits im Wahlprogramm enthaltene Forderungen nicht nochmal zu stellen und Formulierungen an den bestehenden Text anzupassen. Dabei darf aber in keinem Fall der inhaltliche Sinn dieses Textes verändert werden. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg hat über das Vorgehen bei der Einbringung und über die Ergebnisse bei der nächsten Mitgliederversammlung Rechenschaft abzulegen. |
| A8: Junges Wohnen sichern – Solidarisch, bezahlbar, menschenwürdig Solidarischer Mietkautionsfonds Um den Wohnungszugang für junge Menschen mit geringem Einkommen zu erleichtern, soll die Stadt Augsburg einen solidarischen Mietkautionsfonds einrichten. Dieser soll mit einem jährlichen Budget von mindestens 250.000 € ausgestattet werden und rückzahlbare, zinsfreie Darlehen für Mietkautionen gewähren – gezielt für die Erstwohnung. Die Antragstellung soll digital, niedrigschwellig und transparent über das Sozialreferat erfolgen. Dabei sind klare soziale Kriterien anzuwenden, welche allerdings explizit keine Merkmale der Eltern einer Person heranziehen. Flankierend braucht es eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit, die in Kooperation mit der Hochschule, der Universität, den Berufs- und Fachoberschulen, Kammern, Jugendwohnheimen und sozialen Trägern erfolgt. Nach zwei Jahren soll der Fonds evaluiert und bei entsprechendem Bedarf auf weitere Gruppen wie FSJler*innen oder Berufseinsteiger*innen ausgeweitet werden. Betreutes Wohnprojekt für wohnungslose Jugendliche Die Stadt Augsburg soll ein Modellprojekt für betreutes Wohnen für wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Jugendliche zwischen 16 und 28 Jahren auf den Weg bringen. Dazu gehört die Bereitstellung von Wohnraum durch die Stadt, etwa durch den Umbau leerstehender Gebäude und Wohnungen oder in Form von Container Wohnanlagen. Die Trägerschaft soll bei anerkannten freien Trägern der Jugendhilfe liegen. Das Wohnangebot soll eng mit sozialpädagogischer Betreuung und Bildungsunterstützung verknüpft werden. Um einen einfachen Zugang zu ermöglichen, soll das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe, Streetwork-Angeboten und Schulen niedrigschwellig erreichbar sein. Perspektivisch soll dieses Modellprojekt dauerhaft im städtischen Haushalt verankert und bei positiver Entwicklung entsprechend ausgebaut werden. Leerstand beenden – Wohnraum aktivieren Wohnraum darf kein Spekulationsobjekt sein, deshalb muss Leerstand als soziales Problem begriffen werden. Die Stadt Augsburg soll deshalb ein Leerstandskataster einführen, das Wohn- und Gewerbeimmobilien erfasst, die länger als sechs Monate leer stehen. Eigentümer*innen sollen zur Eintragung verpflichtet werden. Ergänzend sollen öffentlich zugängliche Datenquellen wie Satellitenbilder, Energieverbrauchsdaten und Meldungen von Bürger*innen genutzt werden, um Leerstände systematisch zu identifizieren. Bei nachgewiesenem spekulativen Leerstand sind Sanktionsmöglichkeiten – etwa Bußgelder auf Basis des § 176 BauGB – konsequent auszuschöpfen. Gleichzeitig sollen kommunale Auflagen bei Zweckentfremdung geprüft und eine aktive soziale Zwischennutzung leerstehender Immobilien gefördert werden. Kommunales Programm „Junges Wohnen Augsburg“ Die Stadt Augsburg soll ein kommunales Förderprogramm „Junges Wohnen Augsburg“ ins Leben rufen, das gezielt bezahlbaren Wohnraum für Menschen unter 28 Jahren schafft – unabhängig davon, ob sie studieren, eine Ausbildung absolvieren, zur Schule gehen oder ein freiwilliges Jahr absolvieren. Ziel ist es, jährlich mindestens 100 neue Wohnplätze durch Neubauten, Umbauten oder Kooperationen mit Trägern zu schaffen. Dabei soll eine Vielfalt an Wohnformen entstehen – von Einzelapartments über kleine WGs bis hin zu betreutem Wohnen. Die Stadt soll hierfür eigene Grundstücke zur Verfügung stellen und mit Hochschulen, Jugendwohnheimen, sozialen Trägern und Betrieben kooperieren. Ein Pilotprojekt „WG über’m Betrieb“ könnte Betrieben, die Wohnraum über Werkstätten oder Büros anbieten, Zuschüsse gewähren, wenn sie jungen Menschen Wohnraum zur Verfügung stellen. Gleichzeitig soll leerstehender Wohn- und Gewerberaum durch die städtische Wohnbaugesellschaft schnell und effizient für junges Wohnen umgebaut werden. Um solche Projekte zu beschleunigen, sollen vereinfachte Bauantragsverfahren ermöglicht werden. Einbringung ins Wahlprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg wird beauftragt diese Forderungen im Namen der GRÜNEN JUGEND Augsburg – in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern – im Prozess der Erarbeitung des Wahlprogramms zur Kommunalwahl 2026 des Stadtverbands Augsburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und gegebenenfalls durch Änderungsanträge zu diesem Wahlprogramm einzubringen, sodass die hier formulierten inhaltlichen Ziele Einzug in das Wahlprogramm finden. Es ist dem Vorstand dabei insbesondere erlaubt, bereits im Wahlprogramm enthaltene Forderungen nicht nochmal zu stellen und Formulierungen an den bestehenden Text anzupassen. Dabei darf aber in keinem Fall der inhaltliche Sinn dieses Textes verändert werden. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND Augsburg hat über das Vorgehen bei der Einbringung und über die Ergebnisse bei der nächsten Mitgliederversammlung Rechenschaft abzulegen. |
2024
07.07.2024
| Endlich wieder Grüne Jugend! – Ein Ende der Fokussierung auf die Kampagnen der GJ Bayern und GJ Bundesverband Die Mitgliederversammlung der GJ Augsburg beschließt, 1. dass wir in zukünftigen Wahlkämpfen neben den GJ-Kampagnen oder ähnlich orientierten Formaten aus dem Landes- oder Bundesverband auch Wahlkampf für uns politisch nahestehende Parteien machen, 2. dass es für uns in kommenden Wahlkämpfen immer auch ein Ziel ist, auf ein gutes Wahlergebnis für unsere Mutterpartei und andere uns politisch nahestehe Parteien hinzuarbeiten und 3. dass wir unterstützenswerte Kandidierende aus den Reihen der GJ, welche für die Grünen antreten in ihrem Wahlkampf nach besten Kräften unterstützen. 4. Wir stellen fest, dass ein Ziel unserer politischen Arbeit ist, die Grünen als unsere Mutterpartei in unserem Sinne zu verändern. Auf diesem Weg ist für uns eine gegenseitige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Grünen auf Augenhöhe ein wichtiger und erhaltenswerter Bestandteil unserer Verbandsarbeit. |
2023
16.12.2023
| Bio-Klippe mit 27 Die Grüne Jugend Augsburg spricht sich dafür aus, dass das Höchstalter für eine Mitgliedschaft bei der Grünen Jugend 27 Jahre betragen soll. Sie unterstützt die Einführung bzw. Beibehaltung dieser Regelung für die Grüne Jugend und ihre Gebietsverbände. |
2022
17.12.2022
| Wahlkampfteam für die Landtagswahl 2023 Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand der GJ Augsburg für die Landtagswahl 2023 ein Wahlkapfteam einzurichten. Das Wahlkampfteam soll mit und neben dem Vorstand Wahlkampfaktionen planen und durchführen. Das Wahlkampfteam besteht aus vier Personen. Es ist mindestens zur Hälfte mit FINTA*-Personen (Frauen, inter*, nichtbinär, trans*, agender Personen) zu besetzen. Das Wahlkampfteam ist spätestens Ende Juni 2023 auf einer Mitgliederversammlung zu wählen. Auf diese Wahl finden die Regelungen des § 7 der Satzung der Grünen Jugend Augsburg Anwendung. Der Vorstand hat das Wahlkampfteam in der Planung von Wahlkampfaktionen einzubinden. Das Wahlkampfteam kann in Absprache mit dem Vorstand selbstständig Aktionen planen und durchführen. Die Geschäftsführungsbefugnis des Vorstands bleibt unberührt. Das Wahlkampfteam löst sich mit Ablauf des Wahltages automatisch auf. |
