[PM] Keine Bühne für Rechtsextreme!
Die Grüne Jugend Augsburg kritisiert die Entscheidung der Augsburger Allgemeine Zeitung scharf, den AfD-Kandidaten Andreas Jurca zur bevorstehenden Podiumsdiskussion für die Kommunalwahl am 8. März einzuladen. Wir sehen darin eine gefährliche Normalisierung einer Partei, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall behandelt wird.
Eine Podiumsdiskussion ist kein neutrales Format. Sie schafft Legitimität. Wer Andreas Jurca und die AfD auf eine Bühne mit demokratischen Kandidat*innen stellt, sendet eine klare Botschaft: Diese Partei gehört zur normalen politischen Debatte. Das tut sie nicht. Die Augsburger Allgemeine hat als eines der meistgelesenen Medien Bayerisch-Schwabens eine Verantwortung gegenüber der demokratischen Öffentlichkeit. Mit dieser Einladung hat sie diese Verantwortung fahrlässig, aber im vollen Bewusstsein darüber weggeworfen.
Dass es auch anders geht, hat die Süddeutsche Zeitung bewiesen: Sie hat ebenfalls eine Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl veranstaltet – ohne die AfD einzuladen. Die AZ hatte also ein Beispiel direkt vor der Haustür. Wer sich dennoch bewusst anders entscheidet, muss sich fragen lassen, welches Bild von Journalismus damit nach außen getragen wird – und ob die Augsburger Allgemeine als Medium dieser Stadt noch ernst genommen werden kann.
Dass Eva Weber (CSU), Florian Freund (SPD) und Martina Wild (Grüne) an der Veranstaltung teilnehmen, ist ihre eigene Entscheidung – und eine, die wir klar kritisieren. Kandidat*innen, die auf diesem Podium Platz nehmen, verleihen dem Format Glaubwürdigkeit. Und damit zwangsläufig auch der mutmaßlich rechtsextremistischen Partei, die daneben sitzt.
Martina Wild steht für ein weltoffenes, soziales und klimagerechtes Augsburg – daran besteht kein Zweifel. Gerade deshalb hätten wir uns sehr gewünscht, dass besonders sie dieses Signal sendet: Die AfD ist keine Partei, mit der man auf Augenhöhe debattiert.
Zwei Wochen vor der Wahl am 8. März geht es um die Zukunft dieser Stadt. Um bezahlbares Wohnen, um Klimagerechtigkeit, um eine offene Stadtgesellschaft. Diese Themen verdienen ein Format, das ihnen gerecht wird – und keines, das einer mutmaßlich rechtsextremen Partei als Legitimationsschild dient.
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