Die Positionen zu queeren Lebensweisen in der Religion sind verschieden.

Die evangelische Kirche ist liberal und sieht nicht nur die gleichgeschlechtliche Ehe mit der zwischen Heterosexuellen, also Mann und Frau als gleichwertig an. Die Kirche und ihr höchstes Gremium (EKD) unterstützt die Queere Community auf vielfältige Weise etwa durch spezielle Angebote, Gruppen und durch das Gemeindeleben ihrer Landeskirchen. Viele Pfarrer*innen leben selbst offen ihre Homosexualität oder ihr Queersein aus.

Innerhalb weniger Landeskirchen und in der Reihe der Konservativen Evangelikalen wird die Segnung oder Trauung von queeren Menschen und Paaren abgelehnt und in Frage gestellt, wie auch der Vatikan und die Glaubenskongregation der katholischen Kirche. Diese sehen, wie im Islam, Homosexualität und Queer-Sein als sündhaft an und weigern sich Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare vorzunehmen. Segnungen queerer Paare gibt es in Ausnahmen, aber unter Protest der Erzkonservativen katholischen Hardliner, die Priester dem Vatikan als „aussätzige“ melden.

Studien und anonyme Quellen belegen, dass es innerhalb der Katholischen Kirche überdurchschnittlich viele Homosexuelle in den eigenen Reihen gibt. Im Islam und innerhalb muslimischer Länder werden queere Menschen die ihre Sexualität offen leben teilweise ermordet, aus der Gesellschaft ausgeschlossen oder in den Selbstmord getrieben. Der Islam gilt, mit Ausnahmen, als homophob und queerfeindlich.

Innerhalb der katholischen Kirche gibt es einige Pfarrer, Gemeinden und Jugendorganisationen, wie den BDKJ (Bund der Katholischen Jugend), die die Haltung ihrer Kirche aufs schärfste kritisieren und diese als „Menschen-, Welt- und Gottesbild, dass weder jesuanisch noch zeitgemäß ist“, verurteilen.*

*Quelle: Beschlusstext des BDKJ 2021 

Claudia Egger