Für viele Mitglieder der LGBTIQ+ Community ist es immer noch gefährlich im öffentlichen Raum als solche erkannt oder kategorisiert zu werden. Wenn diese Bedrohung das Verhalten der Betroffenen verändert und sie sich der Drohenden Gewalt anpassen, schränkt das die Freiheit dieser aufs Stärkste ein. 

„Wenn vor jedem verliebten Blick, vor einer Umarmung, vor einem Kuss im öffentlichen Raum zuerst die Umgebung gecheckt werden muss, wenn Menschen sich nicht sicher im öffentlichen Raum bewegen können, wenn sie bestimmte Orte aus Angst vor Gewalt meiden oder eher das Fahrrad als öffentliche Verkehrsmittel nehmen, um nicht Opfer von homo- und transphobe Vorfällen zu werden – dann ist das eine erhebliche Einschränkung von Freiheit.“ (LSVD*)

„Laut Bundesinnenministerium wurden für 2020 insgesamt 204 Straftaten dem zum 1. Januar 2020 neu eingerichteten Themenfeld „Geschlecht/Sexuelle Identität“ zugeordnet. Damit sind transphob motivierte Taten gemeint. Im Unterthemenfeld “Sexuelle Orientierung” wurden insgesamt 578 Straftaten, davon 114 Gewaltdelikte, mit 109 Körperverletzungen registriert. Diese Taten gelten als homophob motiviert. 

Insgesamt wurden folglich 782 Straftaten von Hasskriminalität gegen LSBTI registriert, darunter 154 Gewalttaten (144 Körperverletzungen). Das ist ein Anstieg von 36% gegenüber 2019.“ (LSVD)

Das Dunkelfeld wird auf 80-90% geschätzt. Häufig werden Fälle nicht angezeigt oder der Allgemeinkriminalität zugeordnet (LSVD).

 

*Psychische Gewalt wurde dieser Betrachtung ausgenommen. Innerhalb der queeren Community gibt es jedoch höhere Depressions- und Suizidraten, im Vergleich zu cis-hetero Menschen. Ein Indiz für psychische Gewalt der Umwelt. 

 

Quelle:
LSVD
 

DIW

Isabel Fernández Mayor