Im vergangenen Herbst ereignete sich ein Großbrand im Geflüchtetenlager Moria, welcher knapp 13.000 der zeitweise 20.000 dort lebenden Menschen, obdachlos machte. Nach dem Brand hatte sich Deutschland bereiterklärt 1.553 Menschen aufzunehmen. Bereits im Oktober haben wir mit der Kundgebung “Moria evakuieren” bei der 1.553 Stühle auf dem Rathausplatz aufgestellt wurden, darauf aufmerksam gemacht, dass wir mehr Platz und Möglichkeiten haben. Laut Bundesinnenministerium sind bisher gerade einmal 291 der 1.553 Menschen aufgenommen worden (Stand 21.01.2021), trotz der weiterhin katastrophalen Zustände in dem neuen Lager Kara Tepe. Ein Armutszeugnis, nicht nur auf Bundesebene. Vom bayerischen Staatsministerium wurde angekündigt, dass 100 Menschen in Bayern aufgenommen werden sollen. In Augsburg sind letzte Woche nur fünf statt wie geplant 20 Menschen angekommen. Laut Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU), war das “ein erster wichtiger Schritt.” Zudem werden nach einer Mitteilung zufolge bereits Gespräche geführt, um weitere drei Menschen in Augsburg aufzunehmen.

Der Umstand, dass nach fünf Monaten erst fünf Menschen in Augsburg angekommen sind, ist nicht akzeptabel. Fakt ist, dass die Kapazitäten in Deutschland und in Augsburg nicht annähernd ausgelastet sind. Trotzdem wird weiterhin dabei zugeschaut wie tausende Menschen, darunter alleine in Kara Tepe ein Drittel Kinder, ohne fließendes Wasser, Heizung oder Sanitäranlagen in durchnässten Zelten hausen müssen. Wie kann es sein, dass nach fünf Monaten nur fünf Geflüchtete in Augsburg angekommen sind? Wieso lernen wir aus Katastrophen wie Moria so wenig, dass bereits ein weiteres Lager in Bosnien abbrennen konnte? Wir appellieren an die Bundesrepublik und an die EU, dass sie endlich Verantwortung übernehmen müssen! Der notdürftige Wiederaufbau von Zelten in Lipa stellt keine Lösung für die Menschen dar. Tagtäglich mit inhumanen und unhygienischen Umständen zu leben, gerade während der Coivd-19- Pandemie, sollte die Bundesregierung zum Handeln bewegen! Camps sind keine Lösung, sondern vielmehr Teil des Problems! Wir fordern, dass die Stadt Augsburg Druck auf Bundes- und Landesebene ausübt, damit die Kapazitäten der Stadt weiter ausgebaut und voll ausgeschöpft werden können!

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