Augsburg, 21. Oktober 2020 – Auf dem Augsburger Rathausplatz wurden am
Mittwochmorgen 1553 leere Stühle aufgestellt. Diese stehen für die Geflüchteten, die
Deutschland aufnehmen möchte. Der Raum, den die Stühle einnehmen zeigt deutlich,
wie wenig Verantwortung die Bundesregierung übernehmen will, denn gerade mal ein
Viertel des Platzes wird bedeckt. Dabei sind über 300 Kommunen jetzt bereit,
Menschen aufzunehmen.

So betont auch Alexander Behnke, Sprecher der Grünen Jugend Augsburg: „Moria,
ein Lager ausgelegt für 2.800 Menschen, ist mit 13.000 Personen komplett überfüllt.
Auch nach der Aufnahme von 1.553 Menschen durch die Bundesrepublik, wird ein
Großteil der Geflüchteten weiterhin unter unmenschlichen Umständen leben müssen.
Dabei haben wir viel Platz und Möglichkeiten.“

Am Abend um 17 Uhr findet eine Kundgebung statt. 140 Menschen kommen, um
unter Einhaltung der Abstands- und Maskenregeln für eine Aufnahme der
Geflüchteten einzustehen. Claudia Roth eröffnet die Kundgebung mit einer starken
Rede, in der sie klarstellt, dass die Menschen in Moria nicht vergessen werden dürfen.
Neben Poetry-Slam und Musik sprechen außerdem der AK Lesbos, der
Integrationsbeirat, der Flüchtlingsrat, die Linksjugend, die Black Community
Foundation und die Seebrücke Augsburg.

Franziska Wörz, Veranstaltungsleitung und GJ-Vorstandsmitglied resümiert: “Die
Veranstaltung war ein voller Erfolg. Es war uns wichtig, auch in der Pandemie ein
Zeichen für Menschenrechte und gegen die Abschottungspolitik der Bundesregierung
und der Europäischen Union zu setzen. Wir haben heute gesehen, dass wir in
Augsburg eine Zivilgesellschaft haben, die mit uns für die Evakuierung von
Geflüchtetenlagern eintritt.”