Am Montag, den 7. Oktober, hatten wir einen Themenabend zu Trans* und Intersexualität. Zur Einführung sahen wir uns gemeinsam die Dokumentation „Männlich, weiblich oder was?“ von Uta Kolano an. Danach diskutierte die LSBTI Aktivistin Jennifer Rath mit uns über die aktuelle Situation von Trans* in der Gesellschaft.

In dem Film werden Geschlechterklischees wie „Männer sind stark, Frauen sind schwach“ relativiert und untersucht, was uns denn eigentlich zu Frauen und Männern macht. Auch kommen dort Prof. Hertha Richter-Appelt vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, die seit über 10 Jahren zum Thema Intersexualität forscht, und die Ethnologin Prof. Birgitt Röttger-Rössler von der Freien Universität Berlin, deren Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Geschlechterkonstruktion“ ist, zu Wort.

Die beiden erklären in der Dokumentation die Ursachen der Intersexualität und Trans*. Hertha Richter-Appelt stellt sich klar gegen geschlechtszuweisende Operationen an Intersexuellen und sagt über ihre Forschung „Bevor ich angefangen habe mich mit Intersexualität zu beschäftigen, wusste ich was ein Mann und eine Frau ist, jetzt kann ich nur noch sagen: Ich weiß es nicht mehr.“ Als intersexuell werden Personen bezeichnet, die genetisch und/oder anatomisch und hormonell weder rein weiblich noch rein männlich sind.

Während bei Intersexuellen physische Gründe für ihre Besonderheit vorliegen, weiß man bis heute nicht, was der Grund für Transsexualität ist. Transsexuelle, das bedeutet Männer, die sich als Frau empfinden oder Frauen, die sich als Mann verstehen. Röttger-Rössler beschreibt, dass in anderen Kulturen, wie beispielsweise der indonesischen, mit diesem Phänomen gänzlich unaufgeregt umgegangen wird. Dort versteht man Transsexuelle als drittes Geschlecht, das in bestimmten Dorfgemeinschaften wichtige rituelle Funktionen ausübt.

Die LSBTI Aktivistin Jennifer Rath kritisierte im Gespräch mit der Grünen Jugend Augsburg die fehlende Aufklärung im Bereich Trans* und forderte eine systematische Aufklärung von Kindern und Jugendlichen in der Schule, um die Diskriminierung von Trans* und die Tabuisierung von Intersexualität einzudämmen. Auch seien für Queerthemen geschulte PädagogInnen nötig, um Jugendliche bezüglich sexueller Vielfalt zu sensibilisieren und so Mobbing aufgrund der sexuellen Identität zu verhindern. Der Absatz 3 des Artikels 3 des Grundgesetzes solle um den Begriff der „Sexuellen Orientierung“ ergänzt werden, da niemand aufgrund seiner sexuellen Identität benachteiligt werden dürfe.

Die Grüne Jugend Augsburg schließt sich den obengenannten Forderungen der Aktivistin an. Anne Stöckelmaier, die Sprecherin der Grünen Jugend Augsburg, zieht das Fazit: „Es war ein äußerst erfolgreicher Abend, wir haben alle sehr viel gelernt und möchten in Zukunft Transthemen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken!“