Samstagmorgen, 31. März, halb elf. Im Grünen Büro Augsburg haben sich schon zehn junge Frauen eingefunden, man schließt Bekanntschaften, tauscht sich aus, lacht und tratscht. Die Teilnehmerinnen kommen aus Augsburg, Nordschwaben, München und Würzburg. Es wird Tee gekocht und als die letzten Nachzüglerinnen angekommen sind, kann das „Frauen bilden Banden“, das diesmal zum Thema „Gewalt an Frauen“ abgehalten wird, beginnen. Seit zwei Jahren wird vor dem Landesjugendkongress, der dieses Jahr vom 20.-22. April in Augsburg stattfinden wird, ein Seminar nur für Frauen veranstaltet, als Einstieg in die Thematik, zur Aneignung von zusätzlichen rhetorischen Fähigkeiten und zur bayernweiten Vernetzung.
Verena Wetzel, die auch auf Bundesebene im Frauen- und Genderrat der Grünen Jugend aktiv ist, beginnt mit einem theoretischen Input über Sexismus, einer Definition dessen und verschiedenen Werbeplakaten und -spots, denen wir jeden Tag begegnen. Es ist erschreckend, wie sexistisch oft die Darstellung der Frau noch ist, das wird uns jetzt bewusst. Auch gibt sie Tipps, den alltäglichen Sexismus durch bewusste Taten und Wortwahl einzudämmen. Es entstehen durch unsere Einwürfe sehr interessante Diskussionen, die wir auch beim anschließenden Mittagessen fortsetzen und das Thema dadurch vertiefen.
Nachdem wir uns alle gestärkt haben, besucht uns Elisabeth Stolze von Wildwasser Augsburg, einer Organisation, die als Beratungsstelle sexuell missbrauchten Frauen hilft, wieder in den Alltag zurückzufinden und im Falle einer Anklage den Gerichtsprozess gegen den Täter zu gewinnen. Auch wird versucht, das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken und ihnen die Kraft zu geben, sich nicht selbst verantwortlich für die Tat zu machen. Sie fragt in die Runde, ob wir bereits Erfahrungen mit Grenzsituationen gemacht hätten, welcher Art die waren und wie wir damit umgegangen sind. Wie frau auf direkte Anmachen, z.B. in einer Disco, reagieren und was frau tun kann, wenn einem Personen unangenehm nahe kommen. Wann frau ihre Gutmütigkeit und Nachgiebigkeit ablegen und ihre Meinung zum Ausdruck bringen solle.
Bei der anschließenden Kaffee- und Kuchenpause geht es dann weiter, diesmal mit LJK-bezogenen Themen. Miriam Werner, Sprecherin der Grünen Jugend Bayern, stellt das geplante Frauenmentoringprogramm vor und fragt nach möglichen Interessentinnen. Danach werden noch Tipps gegeben, wie man sich am Besten auf den Kongress vorbereitet und was am meisten hilft, wenn man einen Redebeitrag leisten will und noch nie vor so vielen Leuten gesprochen hat.
Zum Abschluss des Seminars gibt jede eine Bewertung ab, wie sie das Seminar fand, was es ihr persönlich gebracht hat und was sie eventuell gerne kommunalpolitisch vertieft sähe.
Am Ende des Tages ist das Statement aller Teilnehmenden positiv, es war sehr produktiv, informativ und ungezwungen, in dieser reinen Frauenrunde zu sprechen. Frau verabschiedet sich und hofft, sich auf dem LJK wiederzusehen.

Von Marie Rechthaler, Sprecherin der Grünen Jugend Augsburg und Umgebung