Grüne Jugend Augsburg  gegen Alkoholverkaufsverbote und für ein echtes, kommunales Präventionsprogramm

Keine Bevormundung

Wir sprechen uns gegen die Pläne von StadträtInnen aus den Alkoholverkauf an Tankstellen in Augsburg einzuschränken oder zu verbieten. Dies ist einer echten Prävention nicht förderlich.

Denn es ist absurd zu denken den Alkoholverkauf nur an Tankstellen zu verbieten könnte den Konsum von Kindern und Jugendlichen senken. Konsum ist schließlich keine Frage von Bezugsquellen. Bleibt der Verkauf von alkoholischen Getränken in Supermärkten und gastronomischen Betrieben hiervon unangetastet wird sich ausschließlich eine Verlagerung der Bezugsquelle einstellen. Sehr zur Freude einiger HändlerInnen. Selbst wenn man dieses in Augsburg auch noch verbieten würde, verlagert sich der Kauf über die Stadtgrenzen hinaus.

Außerdem ist nicht erschliessbar wie das Verkaufsverbot von Alkohol den Konsum von Kindern und Jugendlichen senken soll, bedenkt man doch das diese alkoholische Getränke jetzt schon illegal beziehen. Die mangelnde Umsetzung von Jugendschutzgesetzen kann und darf keine Argumentation sein, mündigen BürgerInnen und KonsumentInnen in Augsburg das Recht auf Alkoholerwerb abzuerkennen.

Echte Prävention

Wir fordern echte Prävention die nicht darauf setzt den Konsum von Alkohol und ähnlichen Stoffen zu kriminalisieren. Dies führt ausschließlich dazu, dass er für Kinder und Jugendliche überhaupt interessant wird und ein offener Umgang mit Konsum verhindert wird. Ein offenerer, differenzierter Umgang mit Alkohol und Suchtstoffen im Elternhaus, Schule und Freundeskreis hingegen führt dazu, dass Konsum nicht im geheimen ohne erfahrenere Menschen stattfindet und somit erst recht gefährlich wird, sondern in vertrauensvollem Umfeld mit seriöser Begleitung Kinder und Jugendliche ihre Grenzen kennen lernen können.

Widersprüchlich ist auch, dass städtische Tochterunternehmen wie die Stawa mit ihrem Nahverkehrsnetz Alkoholwerbung machen, der Alkoholkonsum von Augsburger Kindern und Jugendlichen jedoch bekämpft werden soll. Hier sollte sich der Stadtrat seiner ganzen Vorbildfunktion bewusst werden und ein stimmiges, konsequentes und logisches Präventionsprogramm anstatt sinnloser Verkaufsverbote debattieren und beschließen!

Weiterhin ist es nur förderlich, wenn alle StadträtInnen, ReferentInnen und der Oberbürgermeister ihren öffentlichen Alkoholkonsum kritisch überdenken und minimieren. Nur so funktioniert „Vorbild-sein“.

von Jonas Mattejat