Erfolgreiche Podiumsdiskussion

Die Grüne Jugend Augsburg und Umgebung veranstalteten am 16.11.10 von 13:30 bis 15:30 Uhr mit den Jusos Augsburg Land eine Podiumsdiskussion in der Berufsschule 6 Augsburg. Das Thema „Bildung – Chance zur Integration“ wurde gewählt, um in der anhaltenden öffentlichen Debatte über Integration und Migration wieder gemeinsam und konstruktiv Ideen zu suchen, wie Integrationspolitik für Chancengleichheit sorgen kann. Der Ort, eine Berufsschule, bot die ideale Möglichkeit in direkten Kontakt zu treten mit SchülerInnen um so, gleich „am Ort des Geschehens“, die Defizite und Probleme des Bildungssystems, die für Menschen mit Migrationshintergrund besonders einschneidend sind, zu erörtern. Denn leider haben Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund derzeit deutlich niedrigere Chancen höhere Bildungsabschlüsse zu erreichen. In Zeiten steigender Islamfeindlichkeit in Deutschland ist es sogar so, dass muslimische BerufsanfängerInnen oder StudentInnen immer häufiger aufgrund ihres Namens, des Akzentes oder ganz offensichtlich der Religion diskriminiert werden. Dies führt dazu das über 40% der türkischstämmigen MitbürgerInnen mit Abitur Deutschland wieder verlassen.

Das darf so nicht bleiben, sondern muss dringendst geändert werden. Die ethnischen, religiösen und sozialen Gegebenheiten eines Kindes oder Jugendlichen dürfen keinen Einfluss auf seine Bildungschancen und Arbeitsmöglichkeiten haben. Vielmehr ist es so, dass man durch besser (Aus-)Bildung die Integration und Inklusion fördern kann.

Die Referenten der Podiumsdiskussion waren:

Reiner Erben, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/die Grünen im Stadtrat in Augsburg

Martina Wild, Grüne Stadträtin in Augsburg und Mitglied des Ausschuss für Bildung und Ausbildung

Dr. Simone Strohmayr, Kreisrätin Landkreis Augsburg, Stadträtin in Stadtbergen, MdL Bayern

Cemal Bozoglu, ehem. Grüner Stadtrat, ehem. Mitglied des Integrationsbeirates, Gesamtelternbeirat Augsburg

Sait Icboyun, Sprecher vom Fachforum Migration der SPD Augsburg, (als Vertretung für Hüseyin Yalcin, Integrationsbeirat und zweiter Vorsitzender der AGABY, welcher krankheitsbedingt absagen musste)

Erschienen war eine große Zahl von interessierten SchülerInnen von BOS und Berufsschule, ca. 100 Personen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einigen Informationen der Referenten, über die ihrer Ansicht nach bestehenden Defizite in der Förderung von MigrantInnen, kam es zu einer angeregten und konstruktiven Diskussion mit den SchülerInnen und InteressentInnen. Diese stellten viele interessierte und auch kontroverse Fragen. Im Rahmen dieser Debatte wurden Forderungen angesprochen wie eine „Migrantenquote“ für den Erziehungs- und Lehrbereich, das Ende des Sparens im Bildungsbereich für eine zukunftsorientierte Bildungspolitik und die Umstrukturierung des dreigliedrigen Schulsystems in ein Gesamtschulen-System.

Bei der Frage, ob Kinder aus Einwandererfamilien in erster Linie Deutsch oder auch ihre Muttersprache als Basis für Deutsch und weitere Sprachen lernen sollten, trafen unterschiedliche Meinungen aufeinander. Einig waren sich aber alle, dass das Beherrschen der Landessprache Deutsch entscheidend für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist und dass die Muttersprache ein wertvoller Teil der Kultur der Einwanderer ist. Es ist nötig, dass mehr Unternehmen den Mut zeigen, von dieser kulturellen Vielfalt zu profitieren, anstatt Bewerber wegen ihrer Herkunft zu diskriminieren.

Diese Forderungen gilt es nun zu konkretisieren. Wir wollen zusammen mit den Jusos eine Liste mit Vorschlägen erarbeiten und an BildungspolitikerInnen des Landtags und Stadtrates weiterleiten. In der nächsten Zeit werden wir weiter Treffen organisieren, um die Forderungen weiter auszuarbeiten. Alle TeilnehmerInnen der Diskussion und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen! Bringt eure Meinung ein! Je mehr sich hinter die Forderungen für eine gerechtere Integrations- und Bildungspolitik stellen, desto eher werden sie Gehör finden!

Weitere Informationen hierzu erhältlich unter: GJ-Augsburg@gmx.de und bei den Jusos

verantwortlich:

Jorge Trojanowski (Mitorganisator)

Jonas Mattejat (Sprecher der Grünen Jugend Augsburg und Umgebung)