Den Tunnel verhindern

Am 21. November werden beim Bürgerentscheid zum Königsplatzumbau die Weichen für Augsburgs Zukunft gestellt. Zur Wahl stehen die Vorschläge des Stadtrates mit sofortigem Königsplatzumbau und „vorsorglicher Entlastungsstraße“ und dem Vorschlag der Bürgerinitiative zum Bau eines Tunnels.

Der Bau einer „vorsorglichen Entlastungsstraße“ bedeutet, dass zu Zeiten erhöhtem Verkehrsaufkommens die geplante Fußgängerzone des autofreien Königsplatz zur Durchfahrtsstraße umfunktioniert wird. Wie häufig und zu welchen Zeiten dies geschehen wird ist bisher nicht abzusehen und endet schlimmstenfalls in einer Dauerdurchfahrt, was dem Ende der Fußgängerzone gleichkommt.

Das größere Übel jedoch ist der Tunnel. Dessen Umsetzung ist schlicht gesagt viel zu teuer und zu langwierig. Die Folge wäre, zu den schon anfallenden Kosten des Tunnels würden höchstwahrscheinlich die Fördermittel für den Hauptbahnhofsumbau wegfallen. Damit würde eine Mehrbelastung der Augsburger Finanzen um viele Millionen Euro entstehen. Der Umbau des Königsplatzes und des Hauptbahnhofes, sowie der Neubau der Linie 5 würden sich auf Jahre verschieben, was die Durchführung dieser Projekte direkt bedroht. Zudem würde der Bau des Tunnels, mitten in der historischen Innenstadt, selbst das größte Verkehrschaos verursachen und damit genau das Auslösen was verhindert werden soll.

Ebenfalls zu erwähnen ist, dass die illustrativen Darstellungen des Tunnels durch die Initiatoren des Bürgerbegehrens täuschen. Der Tunnel, und vor allem dessen Zufahrtsrampen, werden auf allen Grafiken unrealistisch kurz dargestellt. Dies verhindert, dass sich die Wähler ein realistisches Bild von den enormen Ausmaßen für die Augsburger Innenstadt machen können. Der Bau eines Tunnels, mit den dazu nötigen Zufahrtsrampen, macht den Umbau des Kö`s zu einem modernem, fußgängerfreundlichen Gleisdreieck nach der derzeitigen Planung unmöglich. Eine grafische Beweisführung hierfür finden sich auf den Flugblättern der Architekten Initiative Augsburg. Diese und weitere Informationen unter www.neinzumtunnel.de oder hier direkt Tunnellüge mit Grafik .

Deshalb spricht sich die Grüne Jugend Augsburg und Umgebung gegen beide Vorschläge aus. Beide sind gegen eine tourismus- und  bürgerfreundliche Innenstadt und richten sich direkt gegen den öffentlichen Personennahverkehr. Beide Wahlmöglichkeiten bringen Augsburg nicht voran und verhindern ein modernes, zukunftsorientiertes Stadtbild.

Stimmen auch Sie daher gegen beide Vorschläge um den Königsplatzumbau nach den bisherigen Plänen endlich voranzutreiben und wählen sie bei der Stichfrage das „kleinere Übel“ den Stadtratsvorschlag zur „Entlastungsstraße“.

Briefwahlunterlagen ab sofort unter www.augsburg.de erhältlich.

von Jonas Mattejat, Sprecher der Grünen Jugend Augsburg und Umgebung